Die katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) der Pfarrei Herz Jesu feierte den Tag der Diakonin unter dem bundesweiten Motto: „Gott diskriminiert nicht“. Denn so lautete der diesjährige Titel. Inspiration für das Motto 2026 bot die gleichnamige Initiative, die zuletzt mit ihrer Bewerbung im Priesterseminar Freiburg auf die Öffnung des priesterlichen Amtes für alle Geschlechter aufmerksam gemacht hat. „Die Frage nach dem Diakonat der Frau ist keine Modeerscheinung, sondern eine ernsthafte theologische Anfrage“, zitierte die Vorsitzende der Pforzheimer kfd Silke Kaltenbach, Schwester Gabriela Zinkl, Ordensschwester und promovierte Theologin auf dem Gebiet Kirchenrecht, die ebenso in der Ordensleitung tätig ist.
Die Institution Kirche halte das Thema im Schwebezustand. „Wie lange noch?“, frage sich die Theologin und Ordensfrau. Wann habe die Kirche endlich den Mut, das, was Frauen längst leben, auch sakramental ernst zu nehmen. Es gehe nicht nur darum die Vergangenheit zu klären, sondern auch Zukunft zu gestalten. „Die Zukunft einer Kirche, die gerecht ist und niemanden ausschließt“, so die Aussage von Zinkl. Denn in allen Jahrhunderten gebe es begeisterte, begabte, berufene und geeignete Frauen. Gott diskriminiere nicht – und darum dürfe auch die Kirche nicht diskriminieren „Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss“, so die Theologin weiter. Deshalb sei der Tag der Diakonin wichtig, nämlich zur Bestärkung, zur Ermutigung. Und Stärke, Mut und Hoffnung, schenke die Schrift. So feierten die katholischen Frauen im Museumsareal in Brötzingen gemeinsam Gottesdienst, federführend gestaltet von der geistlichen Leiterin der kfd Pforzheim, Angelika Masanz und der kfd Vorsitzenden Silke Kaltenbach. Im Mittelpunkt der Feier stand „Phöbe“, eine Frau der ersten Stunde, die bereits in der Bibel erwähnt ist und den Frauen in Pforzheim in einem Rollenspiel und in einem fiktiven Dialog mit Paulus nähergebracht wurde.
Wichtig war den Pforzheimer Frauen nicht nur der Gottesdienst zum Tag der Diakonin, sondern auch der gegenseitige Austausch und das gemeinsame Zusammensein.
Text : Silke Fux