Ökumenischer Gottesdienst auf der schwimmenden Bühne im Rahmen von Enz Live

Sonntag, 19.07.2026 | Rückblick

„Damit aus Fremden Freunde werden“

Quelle: Silke Fux

Die katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim und die evangelische Kirche Pforzheim nutzten die schwimmende Bühne im Rahmen von Enz Live für einen ökumenischen Gottesdienst. Dieser wurde gemeinsam von Pfarrer Steffen Schölch und seinem evangelischen Kollegen Pfarrer Hans Gölz-Eisinger zelebriert und vom Motettenchor Pforzheim unter der Leitung von Anastasia Melnikova, und am Piano Heike Hastedt gesanglich und musikalisch umrahmt.
 
„Manchmal muss man übers Wasser gehen und ungewöhnliche Orte nutzen“, sagte Pfarrer Schölch mit einem Schmunzeln. Beide Seelsorger nahmen das Lied: „Damit aus Fremden Freunde werden“ sowie Ausschnitte aus dem Hebräerbrief zum Anlass für ihre geistlichen Impulse.
 
„Ökumene bedeutet nicht, höflich nebeneinander auf derselben Bühne zu stehen und anschließend wieder in die eigenen Häuser zurückzukehren. Ökumene beginnt dort, wo wir im anderen nicht zuerst den Evangelischen oder die Katholikin sehen, nicht zuerst das Trennende, sondern einen Bruder, eine Schwester – einen Menschen, durch den Gott uns etwas sagen könnte“, betonte der katholische Seelsorger, der auch Bezug auf ‚fremde‘ Mitmenschen nahm.
 

Quelle: Silke Fux

„Fremde werden nicht automatisch zu Freunden. Begegnung ist kein Zaubertrick.  „Bevor wir aufgefordert werden, auf andere zuzugehen, ist Gott bereits auf uns zugegangen, so Schölch. Christus betrachte die Welt nicht aus sicherer Entfernung, wähle nicht den VIP-Bereich des Lebens. Er betrete die Bühne - nicht als gefeierter Star, sondern als Mensch, der keinen festen Platz habe, der auf Gastfreundschaft angewiesen sei und der selbst zum Fremden gemacht werde.
 
„Liebe, Vergebung – für jede und jeden. Wenn das nicht mehr funktioniert, dann geht die Menschlichkeit komplett verloren, dann helfen auch Worte nicht mehr“, mahnte der evangelische Seelsorger. Gölz-Eisinger nannte als Beispiel die Abschlussrede des amerikanischen Präsidenten Donald Trump beim NATO-Gipfel, der davon gesprochen habe, dass so viel Liebe im Raum gewesen sei. „Das Gegenteil dessen, was tagelang dort geschah: Unvorstellbare Milliarden in Rüstung; aggressive Vorwürfe gegen Europäer, warum sie sich im mittleren Osten an den Bombardierungen gegen den Iran nicht beteiligen würden. Spüren wir die Angst und den Schmerz der Menschen im Iran noch? Halten wir die Bilder aus Kiew noch aus?“, fragte Gölz-Eisinger, der besonders in Pforzheim dazu aufrief: „Mit dem Herzen zu spüren, nicht zu vergessen oder gar zu übersehen.
 

Quelle: Silke Fux

 
Fotos und Text : Silke Fux