Wildsträucher

Was ursprünglich geschaffen wurde und uns seit Jahrtausenden umgab, haben wir mit unseren Eingriffen in unsere Umwelt aus dem Gleichgewicht gebracht und zerstört. Ein gänzlich von der der Natur entkoppeltes Ordnungsverständnis und die damit aufgekommenen gärtnerischen Wünsche an unsere Umgebung und unsere Grünflächen führten zum drastischen Verlust unserer einheimischen Wildgehölze in Landschaft, Gärten und Grünanlagen. Dieses Verschwinden beraubt Insekten, Vögel und Säugetiere ihrer natürlichen Lebensgrundlage und führt zu deren Rückgang und schließlich zu deren Aussterben. In diesem Wissen und mit der Unterstützung des Faltblatts »Wildsträucher für Ihren Garten«, welches das Umweltamt der Stadt zum Download und als Printversion auflegt, konnten wir aus einer Liste mit den 29 wichtigsten Arten eine sinnvolle Wahl der Gehölzanpflanzung im Schöpfungsgarten treffen. Nach der Entfernung abgestorbener Gehölze, wie zum Beispiel Buchs, Aprikose, Blutjohannisbeere, und einer Verminderung des gehäuften Vorkommens steriler Forsythien aus China, falschem Jasmin und Flieder, sowie der Beseitigung des invasiven Kirschlorbeers aus Südosteuropa erfüllen nun neben den bereits vorhandenen beiden Holunder, der Eibe, unserem Weißdornsaum und der Berberitzenhecke mittlerweile folgende hinzugenommenen Neuanpflanzungen einen wertvollen Naturschutzbeitrag (mit dem Schwerpunkt auf heimischen Gehölzen):
  • Eberesche/Gewöhnliche Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
  • Kornellkirsche (Cornus mas)
  • Säulen Felsenbirne ›Obelisk‹ (Amelanchier alnifolia ›Obelisk‹)
  • Salweide (Salic caprea)
  • Rosmarinweide (Salix rosmarinfolia)
  • Rosa Riesen-Salweide ›Mount Aso‹ (Salix gracilistyla ›Mount Aso‹)
  • Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Faulbaum (Rhamnus frangula)
  • Ginster (Cytisus scoparius)
  • Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum)
  • Wilde rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Schwarzgrüner Liguster ›Atrovirens‹ (Ligustrum vulgare ›Atrovirens‹)
  • Großfrüchtige/Essbare Blutpflaume ›Trailblazer‹ / ›Hollywood‹ (Prunus cerasifera ›Trailblazer‹ / ›Hollywood‹)
  • Apfelbaum 
Außerdem setzen ein Weiden-Iglu und eine Essigrose (Rosa gallica) auf der oberen Trasse und zwei Zimtrosen (Rosa majalis) sowie zwei Wald-Geißbarte vor dem Panoramafenster des Gemeindezentrums einen besonderen Akzent.
Wildrosen stehen nicht so lange in der Blüte wie etwa die Zierrosen in den beiden Beeten entlang des Pfarrhauses. Als heimische Arten sind Wildrosen im Gegensatz zu Gartenrosen aber von ausgesprochen hohem ökologischem Wert. Sie schließen darüber hinaus eine nicht unerhebliche Lücke: Unsere natürlichen Rosen sind abgesehen von ihrer Robustheit und Anspruchslosigkeit schattenverträglich. Pflanzt man Wildrosen, kann man anschaulich miterleben, wie sehr die hochgezüchteten, sterilen Sorten mit ihren gefüllten Blüten im Widerspruch zum Lebensraumerhalt stehen. Neben der Zier und dem Duft sind unsere Wildrosen nicht nur mit deren Blüten, sondern gerade auch mit der Fruchtbildung zahlloser Hagebutten Nahrungsquell und Herbstschmuck.
 

Wiese

Über ein Drittel heimischer Pflanzen wachsen auf Wiesen. Mit der Entscheidung, die Mahd unserer Grünfläche auf das entsprechende Minimum zu beschränken, einzig an den Wegrändern zu mähen und lediglich Zugangswege zu schaffen, die zum Wildbienenschutz-Bogenbeet, zu den Gehölzen und zum Weiden-Iglu führen, können wir mit zahlreichen Wiesenblumen und Wiesenkräutern zur Erhöhung der Biodiversität beitragen. Dabei werden selbst bei der Herbstmahd 10 Zentimeter stehen gelassen.
Wildblumenwiesen sind lebendig und bringen ein Arten- und Blühreichtum hervor. Sie bieten im Gegensatz zum überdüngten, unnatürlichen Einheitsrasen unzähligen Wildpflanzen und Tierarten Lebensraum, wodurch wir ihrem Rückgang entgegenwirken können. Betreten Sie unsere Wiese durch den einladenden Rankbogen, der von zwei breitblättrigen Platterbsen geschmückt wird. An den Seiten des Rankbogens bilden die beiden Thüringer Strauchpappeln ein blütenreich geschmücktes Portal. Gewinnen und sammeln Sie Sinneseindrücke, wie sich die Pflanzen in den Jahreszeiten abwechseln und welchen Blütenflor unsere Wiese in in den unterschiedlichen Jahreszeiten und in den verschiedenen Wiesenbereichen trägt. Betrachten Sie die Trittsteinschmuckstücke, die entlang des gepflasterten Durchgangwegs von unseren Kindergartenkindern und deren Erzieherinnen handgefertigt wurden. Die Mosaikplatten greifen die Bilder aus dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus auf. Sie möchten selbst ein kleines Stück Wiese aufblühen lassen? Dann lesen Sie sich auf unserer Informationstafel zur Wiese ein. Auch der Schatten- und Halbschattenbereich neben dem Gemeindezentrum veranschaulicht, mit welcher Mannigfaltigkeit lauter Wiesenstauden in einem solchen Lebensbereich und folglich auch bei solchen Standorten in Gärten und auf Balkonen angesiedelt werden können: zu nennen sind hier etwa Klee, Wiesen-Schaumkraut, Storchschnabel, kriechender Günsel, Gundermann, Vogelwicke, Wald-Erdbeeren, Nelkenwurz, Pfennigkraut, Lungenkraut, Windbuschröschen, Scharbockskraut, Ehrenpreis. Eine vergleichbare Vielfalt repräsentieren im oberen, sonnigeren Bereich Schafgarbe, Wegwarte, Johanniskraut, Wiesen-Witwenblume, Barbarakraut, Flocken- und Glockenblumen, Margeriten, Seifenkraut, Lichtnelke u.v.a. Sie können bis auf Löwenzahn und Gänseblümchen kaum noch Stauden benennen und würden gerne mehr über unsere heimischen Wildblumen, Wildkräuter und Wildgräser erfahren? Dann laden Sie sich die App »Flora Incognita« auf Ihr Smartphone. Fotografieren Sie die Ihnen nicht bekannte Pflanze und die App bestimmt für Sie, um welche Pflanze es sich handelt. Sie möchten Innehalten und Verweilen? Entschleunigen Sie, nehmen Sie sich Zeit und gönnen Sie sich beim Schlendern, etwa mit einer Rast in der Sitzecke oder auf der Himmelsliege, eine Pause im Schöpfungsgarten; spüren Sie aus Ihrem Schöpfungsglauben heraus der Naturverbundenheit und den vielen kleinen sowie großen Naturwundern nach, von denen wir uns in natürlichen Gärten umgeben lassen, auf die wir uns rückbesinnen können und für die wir Sorge tragen sollten.
 

Hecke

Hecken hatten vor ihrer Rodung im Zuge der intensivierten Landwirtschaft und der Flächenversiegelung und der massenhaft nicht ökologischen Sichtschutzbepflanzungen in Wohngebieten (mit Thujen, Kirschlorbeer, Forsythien usw.) einen hohen Eintrag beim Nektar- und Pollenangebot, bei der Fruchtbildung und auch als Fraßpflanzen für Schmetterlingsraupen. Neben dem Lebensraum, den sie bieten können, binden sie außerdem sehr effektiv CO2. Beim Klimaschutz könnten mithin gerade auch Hecken einen hochwirksamen Effekt erzielen, da sie Treibhausgase kompensieren. Auf unserem Kirchengrundstück finden wir eine sehr glückliche Ausgangslage vor. Der Schöpfungsgarten ist vom Pfarrhaus beginnend bereits von größeren Bäumen (Kupferfelsenbirne, Winterlinde, Weide) und einer Berberitzen-Hecke umsäumt. Diese vorhandene Hecke schirmt gegen den starken Verkehr der Hauptstraße sowie gegen Wind ab und erhöht damit gleichzeitig die Erfahrungsqualität, den Schöpfungsgarten als Rückzugsraum erleben zu können. Wenngleich naturnahe Mischhecken einen höheren Beitrag zum Artenschutz leisten, entfiel somit aber der Aufwand, überhaupt erst eine Hecke anpflanzen oder gar eine der verbreiteten Thujen- oder Lorbeerkirschhecken ersetzen zu müssen. Wenn Sie sich mit kleineren oder größeren eigenen Grundstücken einbringen möchten, empfehlen wir Ihnen diese Koniferenhecken gegen ökologische Formschnitthecken auszutauschen: Hecken, die wir wieder zur Blüte kommen lassen können. Einen guten Überblick zur Auswahl von Heckenpflanzen können Sie sich bei der Biolandgärtnerei Strickler und deren (Zwerggehölz-)Heckenpflanzpaketen verschaffen. Wenn der Platz für eine Hecke tatsächlich nicht ausreicht, kann auch im kleinsten Garten eine Zaunbegrünung umgesetzt werden. Hier bieten sich einheimische Rankpflanzen an, wie zum Beispiel Efeu, Wald-Geißblatt, Gewöhnliche Waldrebe oder eine Kriechrose (Rosa arvensis) oder Hundsrose.
Das wesentliche Herzstück der Umhegung des Schöpfungsgartens ist hingegen nicht die Hecke, sondern –etwas versteckt –der Waldsaum. Nebst den Birken vor dem Pfarrhaus und dem alten Baumbestand im Bereich hinter dem Kirchenschiff konnten wir am Zaun zur Hafnerwiese ein Meer aus Weißdorn erhalten. Den Saum ergänzten wir zum Schutz des Zitronenfalters um einen Kreuzdorn und am hintersten Grundstücksende um einen Faulbaum. Für den Zitronenfalter sind Kreuzdorn und Faulbaum insofern wichtig, als diese Schmetterlingsart ausschließlich an diesen beiden Gehölzen ihre Eiablage vollzieht. Es sind wilde Ecken, der Erhalt einer Laubschicht und die heimischen Pflanzen, die unsere gefährdeten Tierarten ernähren und ihnen Kinderstube sind. Aus diesem Beweggrund entfernten wir am lichten Hang zur Hafnerwiese Forsythie, falschen Jasmin sowie den Flieder. Anstelle jener Zierpflanzen gaben wir neben dem Altgehölz dem Holunder, einer Salweide, zwei Liguster und einer Zierweide den Vorzug.
 

Wildbienenschutz – Bogenbeet

Wir verzeichnen einen dramatischen Rückgang von Insekten. Gerade auch Wildbienen sterben in diesen Jahrzehnten aus. Die Hauptgründe sind in Monokulturen, intensiver Landwirtschaft, dem Pestizideinsatz, der Flächenversiegelung und der Vernichtung der Lebensräume durch Schottergärten, Rasen, Zierpflanzen zu suchen. Zu diesen Ursachen kommen lebensfeindliche Pflegemaßnahme sowie unnatürliche, reine Carport und Wohnzimmer-, Freizeit- und Spielegärten oder reine Repräsentationsgärten hinzu. Wildbienen finden wie zahlreiche weitere Wald-, Wiesen- und Gartenbewohner (Kulturfolger!) weder Nahrung noch Strukturen zum Nestbau und zur Ansiedelung. Unsere Wildbienen benötigen Erdwälle, Brachflächen, unbefestigte Wege, offene, magere, sandige Böden, Furchen zwischen Trittsteinen, Spalten in Gemäuern, hohle Stängel, morsches Holz, Fraßgänge anderer Holzbewohner, leere Schneckenhäuser...  Nun entziehen eine alles ausräumende Landwirtschaft und unsere aufgeräumten Gärten Wildtieren Nahrung, Rückzugsorte, (Boden)Ruhe und Brutplätze radikal.
Vor diesem Hintergrund fassten wir den Entschluss mit einem Schaubeet gezielt zum Umdenken anzuregen. Die Bepflanzungsidee des Bienenbogenbeets verfolgt den Anspruch, bei Anpflanzung und Staudenauswahl für die Vielfalt an heimischen und naturnahen Stauden zu sensibilisieren. Die Auswahl der Pflanzen orientiert sich an der Liste von Frau Zurbuchen (133 für Wildbienen wichtige Pollenspenderpflanzen, 44 Arten speziell für Hummeln), welche die Autorin in ihrem Buch zur Wildbienenforschung »Wildbienenschutz – von der Wissenschaft zur Praxis"« vorlegt. Unser Hauptaugenmerk galt, mit spätblühenden und ausdauernd blühenden Stauden aufzuzeigen, welche Pflanzen Wildbienen nach den Frühblühern auch im Sommer bis in den Herbst vorfinden können sollten. Dieser Anspruch dürfte uns bei der Umsetzung mit der Vorstellung von immerhin über 40 weiteren Stauden neben den frei wachsenden Wiesenpflanzen und Wiesenkräutern gelungen sein. Über die Wintermonate bis in das spätere Frühjahr bleiben die robusten, frostharten, wenig krankheitsanfälligen und pflegeleichten Stauden stehen. Verblühtes und Verdorrtes schützt überwinternde Insekten und begünstigt die Selbstaussaat. Wir werben dafür, die Schönheit von einheimischen Wildpflanzen wiederzuentdecken, die enge Beziehung zu erfassen, die zwischen Wirtspflanzen und deren Blütengästen im Laufe der Koevolution entstanden ist. Auch geht es uns darum, den Rang, den wir einheimischen Wildpflanzen wieder einräumen sollten, als Teil funktionierender Ökosysteme begreifen und berücksichtigen zu lernen. Insofern soll dieses Beet vor allem zum Mitmachen animieren: Es setzt Impulse und soll insbesondere zum eigenen Gärtnern anregen, während es veranschaulicht, wie sehr wir dabei in Sachen insektenfreundliche Blühflächen auf das Miteinander von Wildpflanzen und Wildtieren angewiesen sind. Den Erhalt der biologischen Vielfalt können wir aus dem Schöpfungsgarten heraus in unser Leben hineintragen und in unseren Alltag handelnd aufnehmen und vorleben. Wildbienen fliegen auf Nahrungs- und Nistsuche nur kurze Distanzen. 58 Wildbienenarten sind auf eine einzige Pflanzengattung fixiert, 205 Arten auf eine jeweilige Pflanzenfamilie. Eine sehr vereinfachte Faustregel lautet, sich vorzugsweise auf die jeweiligen Pflanzenfamilien der Korbblütler (Asteraceae), der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), der Kreuzblütler (Brassicaceae) und der Lippenblütler (Lamiaceae) zu konzentrieren und diese beispielsweise zu einem Nahrungsangebot zu kombinieren. Wenn diese Stauden, auf welche sich einzelne Wildbienen spezialisierten, wegfallen, dann können wir den Mangel nicht mit Alternativangeboten ausgleichen. Und auch ein Schöpfungsgarten kann nur eine gesonderte Anflugstelle sein. Wir alle zusammen und im Verbund der Menschen unserer Kirchengemeinde haben das Vermögen, mit all unseren Balkonen, unseren Garagendächern, unseren Terrassen, mit jedem noch so kleinen Blumenkübel, mit unseren Vorgärten und Gärten die hier ansässige Wildbienenpopulation zu ernähren und zu bewahren.
Das Bogenbeet für den Wildbienenschutz wurde um ein weiteres Beet ergänzt. Mit diesem weiteren Beet bieten wir jedes Jahr unterschiedlichen Gruppierungen – wie bisher etwa Erstkommunikanten, Firmanden, den Schülerinnen und Schülern der Gustav-Heinemann-Schule – eine Freifläche zur jährlichen Aussaat an. Dieses Sonnenblumen-Beet mit den Blüten für einen Sommer veranschaulicht, welche Wildpflanzen unsere Insekten und Wildtiere auf unseren Anbauflächen als Ackerbegleitflora vorfinden müssten. Solche einjährigen Blühmischungen können den eigentlichen Verlust in keiner Weise auffangen oder gar ausgleichen. Nun lassen sich aber eben an der Zusammensetzung dieses Saatguts und der Aufklärung darüber, dass es sich beim Standort um unsere Felder handeln müsste, Ernährungsverhalten und Lebensmittelproduktion thematisieren. Begreift man die entsprechenden Zusammenhänge, sind gerade Mischungen unserer einjährigen, eigentlichen Ackerblumen Mahnung zum Fleischverzicht sowie ein Appell, die Agrarwende hin zur ökologischen Landwirtschaft zu vollziehen. In den Sommermonaten betreuen wir darüber hinaus als Leihgabe in der Kooperation mit der Gustav-Heinemann-Schule jeweils ein Küchenkräuter-Hochbeet. Die Schülerinnen und Schüler bepflanzten eine ausgediente Schubkarre. Diese Umsetzung ist zugleich kreativ und praktischerweise mobil.
Diese unsere Beete sollen dazu inspirieren, uns unterschiedliche Renaturierungsmaßnahme als dringend erforderliche Beiträge zur Entfaltung des ökologischen Potenzials gerade auch in Wohngebieten bewusst zu werden. Nur zusammen sind wir viele. Besinnen wir uns auf einen verantwortungsvollen Neuanfang. Steckbriefe zu jeder Pflanze enthält der gelbe Ordner im Kirchenvorraum. Weiterführende Tipps und Ratgeberbroschüren erhalten Sie selbstverständlich auf Nachfrage im Pfarrbüro. Kommen Sie bei Fragen gerne auf uns zu und lassen Sie uns gemeinsam im Kleinen den Unterschied machen.
 

Nisthilfen / Tränken für Wildtiere

Eine der einfacheren Maßnahmen, Bestandseinbrüche und den extremen Überlebenskampf, den wir unseren Wildtieren zumuten, nicht passiv hinzunehmen, besteht darin, Wasser anzubieten. Diese leicht umsetzbare Hilfe ist über das ganze Jahr hin wichtig, vor allem aber in Frost- und in Hitzemonaten. Unseren Vögeln stehen im Schöpfungsgarten mehrere Tränken und Badestellen zur Verfügung. Auch das Bogenbeet für den Wildbienenschutz ist mit zwei Trinktellerchen und Keramiknäpfen am Boden ausgestattet. Mit Moos, Steinchen und Kies und anderem organischen Material sichern wir ab, dass die Insekten sich festhalten können und die Wasserstellen nicht zu Todesfallen werden.
Eine in Bezug auf die Materialkosten und Installation etwas aufwendigere Maßnahme, den Gartenbewohnern langfristig Aufenthaltsmöglichkeit einzurichten, war sodann die Quartiervergabe. Diese konkretisierten wir mit der Fertigung sowie dem Einkauf von Nisthilfen. In nächster Zukunft wird sich die Besiedelung der Wohnstätten vor Ort beobachten lassen, so dass wir den Raum mit unseren Wildtieren umsichtiger teilen lernen. Für die Vögel bieten sich nun dazu im Waldsaum und an der Sitzecke bereits vier Nistkästen an. An der Pfarrhauswand sind vier aus unbehandelter, rissfreier Buche gefertigte Holzblöcke für Wildbienen mit splitterfreien Nistgängen angebracht, die regional in Neuenbürg in einer entsprechend spezialisierten Schreinerei erhältlich sind. Schließlich finden sich zwei große Fledermauskästen aus hochwertigem Holzbeton, die der NABU vertreibt.
Sowohl ein eigens angelegter Totholzhaufen als auch die verbliebenen Baumstämme der abgestorbenen Weide neben dem Abgang ins Gemeindezentrum und der Kirsche vor dem Pfarrhaus sowie der mit Holzhackschnitzeln aufgefüllte Bereich in der Sitzecke auf dem oberen Grundstück dienen verschiedenen Insekten, Vögeln, Kleinsäugern als Lebensraum, Nahrungslieferanten und Unterschlupf. Über 1000 spezialisierte Käferarten sind auf die Zersetzungsstadien des abgestorbenen und morschen Holzes angewiesen. Besonders bedeutsam sind Totholzhaufen oder aber Benjeshecken vor allem auch für unsere Igel oder für Zaunkönige, Eidechsen, Glühwürmchen, Feuersalamander, Blindschleichen, Erdkröten u.v.a. Um über diese Besonderheit des Totholzhaufens als Versteckmöglichkeit, Schlafplatz, Kinderstube und Nahrungsquelle genauer zu unterrichten, ist direkt neben dem Totholzhaufen eine weitere Informationstafel installiert.