Kongo-Partnerschaft St. Elisabeth
06.11.2025 |
Besuch der Kl. Sr. Roswitha in der Gemeinde St. Elisabeth im Oktober 2025
Vom 10. bis zum 13. Oktober 2025 besuchte die Kl. Sr. Roswitha die Gemeinde St. Elisabeth. Wir freuten uns sehr, sie in unserer Mitte begrüßen zu dürfen und wir waren gespannt auf die Neuigkeiten aus Kinshasa. Und auch die Kl. Sr. Roswitha freute sich auf ein Wiedersehen, sie kennt die Gemeinde schon seit einiger Zeit und besuchte uns nun schon zum dritten Mal nach 2019 und 2022.
Am Sonntagvormittag zeigte die Kl. Sr. Roswitha einige Fotos und ein kleines Video im Gottesdienst und sie berichtete anschaulich von unseren Partnern und Partnerinnen in Kinshasa. Sie berichtete von den Überschwemmungen im Frühjahr und von den Kindern in der Schule. Manches kam zur Sprache. Und einiges erfuhren wir in persönlichen Gesprächen mit ihr.
Zum einen gibt es das Problem mit dem vielen Plastikmüll. Sehr viele alltägliche Dinge sind in Plastik verpackt, so auch das Trinkwasser. Zumeist wird das Plastik achtlos weggeworfen, es gibt keine öffentliche Müllentsorgung. Dadurch, dass die Straßen nicht asphaltiert sind, sondern nur aus festem Lehm oder Sand kann das Regenwasser wegen dem vielen Plastikabfall nicht abfließen. Es entstehen riesige Pfützen und der Müll wird dahin und dorthin geschwemmt und bleibt einfach liegen. Wie in dem kleinen Video zu sehen war, werden schon die kleinsten Kinder sensibilisiert Müll zu vermeiden. Das Lehrpersonal und die Lehrerinnen der Schule halten die Kinder dazu an. Der Unterricht wird dann auf der Straße erteilt, die Kinder sammeln den Müll ein und werfen ihn auf einen Karren. Es ist allerdings eine langjährige Aufgabe solche Gewohnheiten zu ändern und das Problem in den Griff zu bekommen. Aber die Aufgabe ist dringlich und nun gab es einen Zusammenschluss von Menschen aus der Pfarrei und auch Jugendlichen und Freiwilligen aus dem Viertel. In den Straßen soll eine Rinne gegraben und dann auch betoniert werden, damit das Wasser abfließen kann. So kann eine Perspektive für eine saubere Umwelt entstehen.
Ein weiteres Thema für die Kinder und das Lehrpersonal ist die Ernährung. Die Kinder bringen Essen und Getränke mit in die Schule. Oft sind es Süßgetränke und auch süße Snacks, was nicht gesund ist. Vor der Schule stehen Händler, die ebenfalls Süßigkeiten zum Kauf anbieten. Nun wurde eine kleine Kantine eingerichtet, dort können die Kinder sich mit Wasser und gesunden Snacks versorgen. Solche Themen werden auch immer an den Elternabenden besprochen, die regelmäßig stattfinden.
Durch unsere Spenden konnten Spiel und Lernmaterial für die Schule angeschafft werden. Und auch die Solaranlage und Wassertanks, die auf den Fotos (an der Stellwand im Kirchenraum St. Elisabeth) gut zu sehen sind.
Für Jugendliche ist geplant eine Art Jugendtreff aufzubauen, auch dazu ist eine gewisse Ausstattung nötig.
Im Sommer, zum Abschluss des Schuljahres, wurde zum ersten Mal der Jahrgang der sechsten Klasse erreicht und somit aus der Schule entlassen. Damit ist die Schulpflicht erfüllt. Manche Kinder können nun schon in den Beruf gehen, manche Kinder gehen auf die weiterführende Schule. Die Schule der Schwestern hat einen sehr guten Ruf und sie erhielt dafür auch eine Auszeichnung. Es werden ca. 900 Kinder betreut. In der Vorschule im Alter von 3 bis 6 Jahren und dann die 6 Jahrgangsstufen in der Schule. Aktuell sind ca. 30 Waisenkinder darunter, manche sind zeitweise bei den Schwestern untergebracht.
Die Schwestern konnten erreichen, dass es eine Art Krankenversicherung für die Kinder über der Diözese gibt. Für einen Beitrag von ca. 55 Euro im Jahr sind die Kinder für den Notfall so versorgt, dass die Medizin zu 90 % übernommen wird und nur eine Eigenbeteiligung von 10 % zu errichten ist.
Seit Sommer gibt es 4 neue Anwärterinnen für den Orden, was auch eine große Freude für die Schwestern ist.
Mit vielen Eindrücken und einem persönlichen Austausch konnten wir die Kl. Sr. Roswitha am Montag verabschieden. Wir danken Ihr ganz herzlich dafür. So ist unsere Partnerschaft sehr lebendig und wir wissen voneinander.
Ganz ausdrücklich bedankt sie sich, auch im Namen aller ihrer Mitschwestern, bei allen Spendern und Spenderinnen aus der Gemeinde für die großherzige Unterstützung der Projekte und Bedürfnisse.
Die Kl. Sr. Roswitha fuhr zurück nach Lyon, wo sie zusammen mit einer Mitschwester lebt und dort Sprachunterricht gibt und Menschen im Seniorenheim betreut. Wir wünschen Ihr von Herzen alles Gute und freuen uns auf Ihre Briefe und Berichte aus Kinshasa. Und vielleicht ergibt sich wieder die Möglichkeit zu einem Wiedersehen.
Für die
Ursula Kern
